Eindrücke meiner Australienreise!

Am 4. Oktober 2012 startete ich meine 3-monatige Reise in meine "gefühlte" Heimat Australien. Anfangs mit einer kleinen Gruppe von Menschen, die sich zur Vielfältigkeit dieses einzigartigen Kontinents und den Australischen Buschblüten ebenso hingezogen fühlten wie ich, und meiner persönlichen Begleitung, meines Sohnes Christan.

Während der gemeinsamen Love-Remedies Tour mit Roman H.G.Rötting, trafen wir Harald W.Titze, einen bekannten Lehrer, Buchautor und Forscher der Naturheilkunde, ausgewandert aus Deutschland vor mehr als 35 Jahren. Ihm und bekannten Schamanen der Aboridgines haben wir das Wissen um die kraftvolle Wirkungsweise der Love Remedies zu verdanken. Seiner Geschäftspartnerin Jutta Stepanovs, ihrer tiefen Verbundenheit zur Natur und zu Allem was ist, die liebevolle, achtsame Methode der Gewinnung der Mutteressenzen, ohne die Blüten in ihrem Lebenszyklus zu stören.

Nach gut einer Woche trennten Christian und ich uns von den Mitreisenden und begannen unsere eigene Entdeckungstour mit einem kleinen Campingbus. Es war eine Reise ohne Plan mit wunderbaren Zwischenstationen auf traumhaften Inseln wie z.B. Moreton Island und Fraser Island, vor allem aber eine Reise um uns selbst und unsere Grenzen zu spüren. Eine starke Reinigungsphase in dieser gemeinsamen Zeit, die ich hatte, zwang mich zu einem Rollentausch von Mutter und Kind. Neben einer starken Verkühlung war mein Gehörsinn so gestört, dass ich mich kaum orientieren konnte. Hilflos! Ich war ständig umgeben von jungen Leuten, dröhnender Musik im Jeep und im Zeltlager bis in die frühen Morgenstunden, die nur durch Oropax zu ertragen war, und doch war es ein Traum. Ich lernte mehr meine Schwächen als meine Stärken und vor allem die wahre Größe meines Sohnes kennen, was mir in unserer Welt bislang noch nie gelungen war.

Nach gut drei Wochen hieß es Abschied nehmen von dem einzigen vertrauten Menschen, zurückgelassen mit meinen bedürftigen Englischkenntnissen, ohne Wegplanung, einfach im Vertrauen es möge das Richtige für mich geschehen. Dazwischen Verzweiflung, Angst, Tränen und die große Frage WARUM?

Mit einem kleinen Koffer und einem Rucksack begann meine erste Reise nach Airlie Beach in die Freiheit, meine Seele jubelte! Mein Gesundheitszustand besserte sich ab nun relativ rasch. Ich landete in einem Backpacker Hostel gemeinsam mit acht vorwiegend jungen, ständig wechselnden Mädchen und Frauen aller Nationen. In einem Schlafraum mit Stockbetten, dem Luxus einer gemeinsamen Toilette, zwei Duschen im Zimmer und einer großen Gemeinschaftsküche fühlte ich mich wohl. Gegenüber den vorangegangenen Hostels, bei denen man am besten nur mit Badeschuhen die Duschwanne betrat, bzw. die Toilette am Gang mit der ganzen Etage teilte, war es hier sauber. Ab diesem Zeitpunkt erfüllte ich mir meine ganz persönlichen Wünsche, das Heart Reef mit einem kleinen Flugzeug und das Great Barrier Reef mit einem endlich ruhigen Segelschiff zu sehen.

Mit unvergesslichen Eindrücken, Begegnungen und Erlebnissen bepackt, mietete ich mir, so schien es, das einzige Auto das für mich zur Verfügung stand, für 3 Wochen und fuhr los. Erst später verstand ich WARUM gerade dieses! Es war nicht nur ein fast neuer Toyota Corolla, der mir in seinem Kofferraum genügend Platz zum Schlafen bot, sondern mir Schutz, Geborgenheit und Freiheit gab.

Kein Bett sondern eine Isomatte aus dem Bauhaus, der Wasserhahn wurde ersetzt durch drei gefüllte Plastikflaschen, statt der Dusche genügte manchmal der Regen, kein Kühlschrank, Toilette....überall in der Weite des Landes.

Dafür große Geschenke: kilometerlange, menschenleere, weiße Sandstrände, Frühstück direkt am Meer mit den besten Mangos der Welt, baden so wie der liebe Gott mich schuf ......Luxus pur!

Mein Traumauto hatte ich gemietet bei Autovermietung Her(t)z, mit dem Kennzeichen: 235 SEJ.

Die  Erklärung dazu: am 23.5. bin ich geboren, S ....mein Mädchenname Siegl, E...Mutter Elisabeth, J...Vater Josef. Sie beide waren u. A. meine unsichtbaren Beschützer.

So begleitete mich eine starke Kraft und ein großer Glaube ca. 2.500 km durch Australien, an Orte und Plätze die ich in schon zu Hause in meinen Meditationen sehen durfte. Ich ließ mich einfach treiben ohne zu wissen wo mein nächster Schlafplatz war. Fremde Menschen haben mich eingeladen, ihr Gast zu sein um bei ihnen zu schlafen. Immer mehr spürte ich auch meine Größe, mein Wachstum und meine heilende Liebe, die sie dankbar angenommen haben.

Anfang Dezember beschloss ich zu meinem Freund Harald W.Titze nach NSW/Batlow zurück zu kehren. Er bot mir seinen Caravan inmitten einer Oase von duftenden wilden Rosen, Heidelbeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Ribisel, und eine Menge Gemüsesorten an. Es war Sommerbeginn und alles am Reifen. So durfte ich EINS mit Mutter Erde, der Vielfalt an bunten, kreischenden Vögeln, seinen Alpakas und Milliarden von Sternen am Himmelszelt sein.

Ein Plumpsklo, den Gartenschlauch zum Duschen, ein richtiges Bett, mehr brauchte ich nicht zum Glücklichsein.

Eine besondere Herausforderung für mich war die unendliche Stille, die Einsamkeit und Schönheit als einziger Camper am Blowering Dam. Für vier Nächte und fünf Tage hatte ich dort zwei kleine Zelte aufgeschlagen, umgeben von duftenden Blumenwiesen, riesigen Sträuchern und Bäumen, dem See, hunderten von Kängurus, Emus, Echidnas .......

Abgeschieden von der Zivilisation, ohne Telefonverbindung, genoss ich die heißen Tage mit Meditation, Lesen, Kochen, Sammeln von Buschblüten und Spaziergängen. Nachts war ich oft stundenlang besorgt ob mein Zelt die starken Windstürme überleben würde. Da ich anfangs nicht wirklich wußte welche Tiere sich dort aufhalten, und hinter meinen Zelt nachts laute Geräusche und Scharren zu hören war, habe ich mir so manches Mal gewunschen ich wäre nicht alleine. Irgendwann, begleitet von schöner Musik und dem Rauschen des Blätterdaches über mir, fiel ich jede Nacht in einen tiefen Schlaf. Erst die kräftige Morgensonne weckte mich und wieder begann ein neuer, strahlend heißer Tag. Beim vorsichtigen Öffnen des Zeltes blickte ich in viele, wie versteinerte Gesichter der Kängurus rings um mein Zelt. Eine winzige Bewegung genügte und sie sprangen mit ihren Jungen und den bulligen Männchen auf und davon.

Am Ende dieses Abenteuers habe ich festgestellt, dass nur eine kleine Einstellungsänderung  am Handy genügt hätte, um telefonieren zu können. Es war wohl so geführt!

So bin ich heute sehr stolz, diesen Mut gehabt und durchgehalten zu haben.

Die restlichen 10 Tage durfte ich am Meer in einem Caravan in Bermagui verbringen und die nähere Bekanntschaft mit meinem Krafttier, dem Adler, machen. Sein Erscheinen kündigte sich mit einem großen Schatten in der Mittagssonne am heißen Sandstrand an. Für einen Augenblick stand er nur wenige Meter direkt über mir in der Luft mit seinem majestätischen Sein. Ein unvergessliches Erlebnis für mich.

Allabendlich war ich umgeben vom Meeresrauschen, ein paar Lichtern von Häusern in der weiteren Umgebung, von unter dem Dach wohnenden Fledermäusen, einem Sternenmeer am Himmel, von lichtvollen Wesenheiten die sich speziell am letzten Tag bei mir verabschiedeten und Gedanken der Dankbarkeit an meine Familie, Freunde und an mein Zuhause.

Jetzt, nach fast einem Jahr ist meine Reise immer noch sehr präsent und jeden Tag werden neue Erinnerungen wach. Ich weiß dass ich noch einmal  dorthin reisen werde um den letzten, einzigen Teil erleben zu dürfen, der mir noch verwehrt geblieben ist. Die Zeit dafür war noch nicht reif!

Vieles von der Einfachheit meines Lebens in Australien habe ich integriert in mein Hier und Jetzt. Ich habe meine Stärken und meine Schwächen entdeckt und arbeite an Beiden.

Das Wort: Zeit hat für mich einen anderen Stellenwert bekommen.

Ich danke Allen, die mich bei der Durchführung meines Lebenstraumes unterstützt haben, vorallem meinem Mann für sein Vertrauen und seine Liebe.


Wer liebt, vollbringt selbst Unmögliches (Buddha)